Interview mit Lars Plath von Fight24.tv

Interview mit Lars Plath von Fight24.tv

Wir hatten den Geschäftsführer Lars Plath von Fight24.tv zum Interview und haben ihn ein paar Fragen zu der Kampfsport Video-Plattform bestellt.

Hallo Lars, herzlichen Dank, dass Du etwas Zeit für uns gefunden hast. Wir wollen dir gerne ein paar Fragen zu fight24.tv stellen, an dem Projekt bzw. Kampfsport-Medium im Jahr 2016 wohl fast niemand vorbeigekommen ist

Fight24.tv ist eine Website bzw. ein Medium, welches Kämpfe und Interviews von vielen Kampfsportevents in Deutschland und auch außerhalb aufzeichnet und auf eurer Plattform teilweise kostenlos, aber teilweise auch über einen kostenpflichtigen Fightpass zur Verfügung stellt. Was macht deiner Meinung nach fight24.tv besonders; was macht diese Plattform aus?

Ich glaube mit Fug und Recht behaupten zu können, dass wir mit fight24.tv ganz nah dran sind am deutschen Kampfsport. Wir sind bei fast allen bei uns gezeigten Events vor Ort, machen Interviews, schneiden Highlights. Das sorgt in Summe dann für eine bislang noch nie dagewesene mediale Abdeckung der Szene. Und mit dieser Abdeckung kommt dann eben alles Weitere: die Fans haben mehr Kampfsport zur Verfügung; Promoter und Matchmaker können sich mehr und mehr Kämpfer in Action anschauen; für Sponsoren gibt es zusätzliche und meßbare Reichweite; das Highlight-Video von heute ist das Promo-Video von morgen. Da wir bei fight24 über eigene Produktionsmittel und inzwischen ein recht großes Netzwerk verfügen, sind wir auch für kleinere Events interessant; während wir für größere Serien vor allem mit Livestreams und internationaler Coverage punkten können. Am allerwichtigsten dürfte aber sein, dass wir neutral und professionell über den Sport berichten, dabei aber den Spaß an der Sache nicht verlieren wollen.

MMA und der Kampfsport allgemein stecken in Deutschland noch in den “Kinderschuhen“: wir haben zwar gute Veranstaltungen und auch sehr gute Kämpfer, die sich sogar international einen Namen machen, aber dennoch ist diese Szene immer noch nicht im “Herzen” der Gesellschaft angekommen und bekommt deshalb immer wieder Steine in den Weg gelegt. Siehst du, welche Verbesserungen sich in den letzten Jahren getan haben und welche vielleicht noch kommen und welche Rolle dabei Fight24.tv haben könnte?

Ganz wichtig in diesem Zusammenhang war sicher zum Einen der weltweite Siegeszug der UFC; zum Anderen aber eben auch der Markteintritt von ranFighting und uns im Jahr 2015. Denn während die UFC für eine immer „normaler“ werdende Berichterstattung rund ums Thema MMA und Kampfsport sorgte, findet durch die nun entstehende mediale Reichweite in Deutschland die aktuell noch so wichtige Basisarbeit statt. Denn das, was es braucht, um Kampfsport wirklich einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen – Stichworte: professionelle Strukturen, funktionierende Events, Vernetzung innerhalb der Szene und aktives reichweitenstarkes Marketing – ist aktuell noch nicht ausreichend vorhanden. Unser Beitrag muss und wird also sein, 2017 noch mehr Events eine Plattform zu bieten, Strukturen in den internationalen Markt aufzubauen und mit neuen Formaten den Fans noch mehr spannende Unterhaltung zu bieten. Wir hoffen, alldem gerecht zu werden.

Die Idee die hinter dieser Plattform steckt, begeistert denke ich einen Großteil der Kampfsportfans und vor allem auch die Veranstalter profitieren von eurer Professionalität. Die große Preisfrage ist jetzt aber: wie seid ihr eigentlich auf diese Idee gekommen?

(lacht) Offensichtlich hatten wir zu viel Langeweile. Im Ernst: wir halten ja recht erfolgreich unsere bürgerliche Fassade aufrecht und sind eigentlich ein ganz normaler Dienstleister im Bereich der TV-Sportproduktion. Mit diesem Know-How und dem Kampfsport-Background unserer Gründungsmitglieder Alex und Bene war der nächste Schritt fast zwangsläufig, sich in diesem Segment auch einmal auszuprobieren. Nach dem Kick-Off mit den Produktionen von Aggrelin 7 und 8 hier in München gab es immer wieder etwas, was wir „noch schnell ausprobieren“ wollten. Und schwupps waren wir im Jahr 2016, in dem wir vom Feedback der Kampfsport-Szene völlig überrascht wurden, denn aus den eigentlich von uns geplanten 25 Events wurden sagenhafte 60. Also haben wir nochmals die Sparschweine der Kinder und Freunde geplündert, frisches Herzblut abgezapft und sind nun bereit für 2017.

Ein Teil eures Konzeptes liegt auf dem Fokus des “Fightpasses” von 0,99€ – 4,95€ wie man es auch z.B. vom UFC-Fightpass kennt. Allerdings ist die Form des Bezahl-TV´s und der Bezahl-Inhalte in Deutschland erst in den letzten Jahren in den Focus gerückt, wie mit NETFLIX, Amazon-TV usw. Wie seht ihr die Bereitschaft Euer Zielgruppe, für spezielle Inhalte zu bezahlen und was seht Ihr hier als größtes Problem?

In der Tat ist gerade die Frage nach dem Pay-per-View (PPV) eine für den Kampfsport elementare. Der Verkauf der UFC im letzten Jahr für ca. 4 Mrd. Euro hätte ohne die beeindruckenden Zahlen, die im PPV erreicht wurden, so sicher nicht stattgefunden. Ein ausverkaufter Madison Square Garden ist gut für die Atmosphäre und das TV-Bild, aber über 1 Million PPVs sind der Bereich, wo der Frosch die Locken hat. Dass speziell in Deutschland die Bereitschaft, für Inhalte Geld auszugeben, überschaubar ist, weiß in München und Umgebung der ein oder andere Fernsehmacher schon länger. Dennoch ist der Kampfsport durch seinen Eventcharakter und die Rahmenbedingungen speziell beim Jugendschutz auf diese Erlösform angewiesen, so dass sich jeder Fan natürlich auch überlegen muss, ob ein wackeliges Facebook Live oder ein gerippter Inhalt jetzt wirklich die richtige Form des so dringend benötigten Supports sind.

Ihr bietet auch mehr und mehr Formate wie z.B. die “SUPER FIGHT LEAGUE” oder voriges Jahr “Road to M-1“, also Formate mit Dokumentations- bzw. Serien-Charakter. Sind das Formate, die ihr anstrebt bzw. welche zukunftsweisend sein können?

Formate, die über eine reine „Fight Night“ hinausgehen, sorgen immer im besonderen Maße für Aufmerksamkeit und Identifikation. Es ist jetzt das letzte Mal, dass ich die UFC erwähne, aber deren Existenz in der heutigen Form ist ohne „The Ultimate Fighter“ eigentlich nicht vorstellbar. „Road To M-1“ ist vom Prinzip her ähnlich angelegt und hat uns 2016 wahnsinnig viel Spaß bereitet. Fakt ist aber auch, dass die dahinter liegende Arbeit immens ist und der Erfolg ungewiss. Dennoch werden wir auch weiterhin bei jeder sich bietenden und machbaren Gelegenheit neue Formate ausprobieren und nach Möglichkeit selbst konzipieren. Ein Ligensystem wie in der indischen Super Fight League wäre dabei eine sehr reizvolle Option, die wir aber erst in ein paar Jahren mit gewachsenen Strukturen als halbwegs realistisch erachten.

Fight24.tv wächst und ist immer präsenter, was können wir für 2017 erwarten und auf was können wir uns freuen?

2017 wird ein aus unserer Sicht extrem spannendes Jahr: das Mehr an Events hatte ich ja schon angesprochen, aber wir werden auch internationaler und aus Belgien, Luxemburg, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und aus Polen übertragen. Wir werden sehr viel mehr Live-Strecken im Programm haben und so noch schneller und noch umfassender die Fans erreichen. Wir sind zusammen mit MMANIAC mit einem Stand auf der FIBO im April vertreten und werden schon ab März auch Wrestling im Programm haben, wobei wir gleich mit einem Knaller der WXW starten. Dazu gibt’s demnächst eine fight24-Expertenrunde, die uns mit exklusiven Statements versorgen wird, eine Leihoption für ausgewählte Fights – und Platz für die ein oder andere Überraschung im Laufe des Jahres haben wir dann immer noch. Aber das Allerwichtigste: unsere „VOLL KONTAKTFREUDIG“-Shirts werden endlich zu kaufen sein. (lacht)

Das letzte Wort geht an dich.

Im Namen des gesamten Teams von fight24 – danke an alle Freunde, Unterstützer, Fans, Kollegen, Zuschauer, Partner, Sponsoren und Interviewpartner. Clench fists!

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