Interview mit dem Sportsdentist – Thorsten Rick

Interview mit dem Sportsdentist – Thorsten Rick

Interview mit dem Sportsdentist – Thorsten Rick

Heute haben wir wieder ein ganz besonderes Interview für euch. Thorsten Rick ist sicher einigen von Euch bekannt, aber wohl eher unter dem Name der SportsdentistEr hat schon Mouthguards für die Elite des deutschen MMA`s und Boxen`s angefertigt und er wird uns heute Rede und Antwort stehen.

Hallo Thorsten, herzlichen Dank, dass du etwas Zeit für uns gefunden hast. Heute bei uns im Interview geht es um etwas, was wohl jeder aktive Kampfsportler kennt und auch zu schätzen weiß, sei es Amateur oder Profi – der Mundschutz.

Wie kommt man darauf, sich auf den Mundschutz zu spezialisieren, der ja in vielen Sportarten benutzt wird nicht nur im MMA oder Boxen, auch z.B. im Handball. Wie war dein Werdegang und wie bist du auf diesen besonderen Zweig gekommen?

Zuerst mal „Hallo!“ und vielen Dank für das Interview !

Tja, wie bin ich drauf gekommen..?

Ich bin jetzt seit achtzehn Jahren ausgelernter Zahntechniker und habe seit knapp fünfzehn Jahren selbst mit Kampfsport zu tun. Das bedeutet, dass auch für mich irgendwann der Punkt kam, an dem ich einen Mundschutz brauchte, weil: „Ohne Mundschutz kein Sparring!“. Also habe ich mich informiert und meinen Beruf und meine Möglichkeiten genutzt, anstatt den Gang in die „Boil&Bite“-Abteilung anzutreten.

So habe ich ein wenig herumprobiert und bin beim System der Firma DREVE hängen geblieben. Nach einer ganzen Weile der Testphase und der Einbeziehung meines damaligen Coaches und einiger Teammitglieder habe ich mich bei DREVE ausbilden und zertifizieren lassen, diese Mouthguards herstellen zu dürfen.

So nahm die ganze Sache ihren Lauf…

Es kommt wohl einmal der Zeitpunkt für jeden Kampfsportler, an dem er sich fragt, ob er sich einen professionellen Mundschutz anfertigen lassen sollte. Was ist für dich der gefühlt beste Zeitpunkt, sich einen professionellen Mundschutz anfertigen zu lassen?

Der „besten Zeitpunkt“ ist meiner Meinung nach so früh wie möglich !
Solche Standpunkte und Aussagen wie „ich trainiere ja nur und kämpfe nicht!“ oder „ich bin ja noch ganz am Anfang und mache kein Sparring!“ lasse ich nicht gelten.

Denn gerade im Training oder als Anfänger passieren unangenehme Unfälle. Wie schnell ist man einen Augenblick abgelenkt oder unachtsam und es landet zum Beispiel ein Knie oder Ellenbogen da, wo´s richtig weh tut..?

Und gerade im Gesicht oder im Esszimmer kann so ein kleiner Einschlag grosse und schmerzhafte Folgen nach sich ziehen !

Die Preispanne für einen Mundschutzes fängt bei ca. 10€ mit dem billigsten an, du liegst aktuell bei 160,-€. Was sind für dich als Profi in diesem Gebiet, die Argumente eines professionellen Mundschutz und warum ist er so wichtig? Was sind die Unterschiede zu einem “fertig” gekauften Mundschutz?

Die Argumente, die für einen professionell angefertigten Mundschutz sprechen sind zum ersten die ausgezeichnete Passung und damit der hohe Tragekomfort, die bestmögliche Schutzfunktion und die optimierte Atmung des Sportlers.

Mithilfe der Abdrücke stelle ich eine 1:1 Modellsituation von Ober- und Unterkiefer her und fertige darauf in Tiefziehtechnik einen absolut passgenauen Mundschutz.

Er sitzt quasi wie ein Schuh. Aber nicht wie einer, den man in der passenden Grösse im Schuhgeschäft kauft, sondern wie einer, der direkt für den eigenen Fuss gefertigt wird.

Der Mouthguard wird im Oberkiefer getragen und sitzt einfach perfekt. Er wird so gegen den Unterkiefer eingeschliffen, dass die Unterkieferzähne ebenfalls perfekt geschützt sind und der Sportler den Mund angenehm schliessen kann, anstatt das Gefühl zu haben im Zubiss gesperrt zu sein.

Zum Thema „Schutz“ lässt sich sagen, daß ein DREVE Mundschutz aus drei laminierten Schichten von weichem EVA-Kunststoff besteht.

Die erste Schicht bedeckt die Front von Eckzahn zu Eckzahn, darüber kommt eine Schicht in der jeweils gewünschten Farbe. Auf diese zweite Schicht bringe ich dann die eventuellen Logos, Schriftzüge etc. auf, die dann zum Schluss wieder mit einer transparenten Schicht überlaminiert, lagerichtig eingeschliffen und poliert wird.

Der Mundschutz endet jeweils hinter dem ersten grossen Backenzahn, weil alles was länger wäre nur unnütz stören würde und Würgereiz auslösen könnte. Zuletzt wird durch die optimale Passung nun auch die optimale Atmung ermöglicht. Man kann den Mund soweit öffnen und so tief atmen wie nötig ohne Angst zu haben, den Guard zu verlieren. Er bleibt da, wo er hin gehört: im Mund! Eigentlich vergisst man schon nach knapp zwei Minuten, daß man überhaupt einen trägt.

Ich habe nicht erst einmal Trainingskollegen nach dem Training unter der Dusche drauf aufmerksam gemacht, daß jetzt der Zeitpunkt wäre, den Guard ruhig raus zu nehmen. *lach!

Dieser Punkt ist auch gerade für aktive Kämpfer sehr wichtig, die sich damit voll und ganz auf das Kampfgeschehen konzentrieren können anstatt angestrengt darauf achten zu müssen, daß der Mundschutz nicht auf den Ring- oder Cageboden fällt.

Ich denke, damit ist auch der grösste Unterschied zum Boil&Bite-Teil aus dem Regal erklärt. Stell Dir einfach vor, du boxt mit Handschuhen die Dir viel zu gross sind oder spielst Fussball mit unbequemen Schuhen…

Ich hab auf deiner Seite gelesen, das sogar Leute mit festen Zahnspangen bei dir einen Mundschutz machen lassen können. Das ist was ich vorher noch nicht wusste, meinst du es gibt noch mehr Informationen, welche die Sportler noch nicht wissen in Bezug auf den Mundschutz.

Ja, das ist richtig. Und gerade für Träger von festen Zahnspangen ist ein guter Mundschutz umso wichtiger.

Denn alle Zähne sind durch den Draht und die Brackets fest miteinander verbunden. Bekommt nun auch nur ein Zahn einen Schlag oder ein Trauma ab, sind -wie bei einem Dominospiel- alle anderen Zähne direkt mit betroffen.

Auch für Eltern von Kindern im Wachstum ist es sinnvoll, in einen guten Mundschutz zu investieren. Allerdings ist es hierbei wichtig zu beachten, daß das Wachstum von Kiefer und Zähnen nicht gehindert wird.Deshalb gilt die Faustregel: mit jedem grösseren Paar Schuhe wird auch ein neuer Mundschutz fällig!

Du bist jetzt schon viele Jahre dabei, “jeder” will Top Ausrüstung wenn es um Handschuhe, Rashguard oder Shorts geht. Wie weit ist der allgemeine Qualitätsanspruch Deiner Meinung, wenn es um den Mundschutz geht und wie siehst du wie es in Zukunft werden wird?

Leider ist der Mundschutz und die Notwendigkeit eines bestmöglichen Schutzes der eigenen Zähne in den Köpfen der Sportler immer noch eine Art „Stiefkind“.

„Ach, passiert schon nichts..!“, „Was..? 160,-€ für einen Mundschutz..??“

Coole Fightshorts, bequeme Gis, neueste Rushguards etc. nur an der eigenen Sicherheit wird leider oft gespart. Bis dann doch mal was passiert…

Ich hoffe sehr, daß sich das in den Köpfen ändert und nicht erst wenn es zu spät ist und die Zähne auf die Matte fallen. Man kann das den Leuten aber oft auch nicht begreiflich machen oder sie missionieren -möchte ich auch gar nicht.

Zum Umdenken führen dann nur eigene Erfahrungen oder Gespräche mit Teammitgliedern oder Trainern, die dann eben doch schon in die eigene Gesundheit investiert haben.Ob und wie sich diese Situation in Zukunft ändern wird, kann ich nicht sagen.

Ein wirklich geiler Effekt neben dem Schutz ist die Optik, in deiner Galerie kann einige “Kunstwerke” begutachten. Was ist das lustigste oder verrückteste Design/Motiv was du bis jetzt gemacht hast?

Das kann ich so gar nicht sagen, irgendwie ist doch jeder Mundschutz ein Einzelstück. Ich probiere aber ständig Neues, sei es Chromeffekt oder Glitzer, der im Moment ziemlich gefragt ist.

Es ist aber jedes Mal interessant, was für Ideen und persönliche Wünsche meine Kunden in die Gestaltung einbringen. Es ist oft eine Herausforderung, bis jetzt ist mir aber -glaube ich- die Umsetzung immer ganz gut gelungen. 😉

Jetzt noch ein Tipp von Profi, wie sollte man den Mundschutz aufbewahren und am besten reinigen?

Aufbewahren am besten immer in einer dazugehörigen Dose mit Lüftungslöchern.

Zum Reinigen an sich bitte ausschliesslich kaltes bis lauwarmes Wasser benutzen.

Da der Mundschutz mit Hilfe von Wärme und Druck hergestellt wird, würde heisses Wasser in verformen und unbrauchbar machen.

Nach dem Training dann also unter kaltem Wasser gründlich abspülen und in der offenen Dose gut trocknen lassen, damit er nicht anfängt zu müffeln, am besten über Nacht.

Wenn er dann komplett trocken ist: Dose zu und wieder ab in die Sporttasche.

Ab und an kann man ruhig mal Reinigungstabletten benutzen, jedoch ausschliesslich welche ohne Schleifstoffe, die greifen den weichen Kunststoff an und rauhen ihn auf.

Also bitte nicht die gängigen Prothesenreiniger !

Ich möchte jetzt hier keine Werbung machen, es gibt aber auch Tabs ohne diese Schleifstoffe, extra für Mouthguards entwickelt.Wer den Namen wissen möchte, darf sich natürlich gerne bei mir melden.

Wir bedanken uns für dieses Interview und wie immer gehen die letzten Worte an dich.

Ich bedanke mich ebenfalls und hoffe, daß jeder Sportler -der in die Situation kommt, in der die eigene Sicherheit gefährdet ist, dann bestmöglich geschützt ist.

Egal ob Mundschutz, Kopfschutz, Suspensorium oder was auch immer.

Geht in mit Eurer Gesundheit nicht leichtfertig um und geht keine Kompromisse ein wenn es um Eure Schutzausrüstung geht!

www.sportsdentist.de

-first choice in mouthguards!-

Hier gibt es noch ein kleines Portfolia von seiner Arbeit

 

 

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